PHYSIOS DEMONSTRIERTEN IN BERN

Am Montag, 19.3.12 versammelten sich ca 4’000 Physiotherapeuten & Physiotherapeutinnen zu einer öffentlichen Kundgebung auf dem Bundesplatz in Bern.

Das Ziel des Anlasses war, auf die aktuelle und nicht mehr tragbare Situation in der Physiotherapie aufmerksam zu machen. Die Anwesenden forderten vom Bundesrat rasches Handeln zur Sicherung der Versorgungssicherheit und Qualität in der Physiotherapie. Sie übergaben eine entsprechende Resolution zu Handen von Herrn Bundesrat Berset.

Auszug aus der Medienmitteilung von Physioswiss:

Die Resolution verlangt, dass die unklaren Zuständigkeiten und Vorgehensweisen bezüglich der Festsetzungsanträge vom Bundesrat geklärt werden, damit diese ohne Verzögerung durchgeführt werden können.

Diese Forderung knüpft an die seit 14 Jahren unveränderte Tarifsituation und die gescheiterten Verhandlungen mit den Krankenkassen an, die physioswiss gezwungen haben, Festsetzungsverfahren einzuleiten. Die unsägliche Situation in der Physiotherapie muss auch aus Sicht von Nationalrat Stéphane Rossini (SP), Präsident der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit SGK, dringend gelöst werden. Auch die Nationalräte Christian Lohr (CVP) und JeanFrançois Steiert (SP), unterstützen in ihren Referaten die Anliegen von physioswiss.

Versorgungssicherheit akut gefährdet

Bereits zeichnen sich Fälle ab, wo PatientInnen keine PhysiotherapeutInnen mehr finden werden. Gründe dafür sind entweder, dass Aufwand und Ertrag bei diesen PatientInnen in einem zu ungünstigen Verhältnis stehen und der Leistungserbringer gezwungen ist, sich vermehrt auf die weniger komplexen Fälle zu konzentrieren oder dass die geografische Abdeckung nicht mehr garantiert ist. Versorgungssicherheit bedeutet jedoch, dass ungeachtet der persönlichen Situation und ungeachtet des Wohnorts der Zugang zur Physiotherapie gewährleistet ist. Wenn selbständig erwerbende PhysiotherapeutInnen aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse den Weg zurück ins Angestelltenverhältnis wählen, kann dies – gerade in ländlichen Gegenden – zu Lücken in der Versorgung führen.
Die geografische Abdeckung ist aber im Falle von Krankheit und Unfall und bei Altersgebrechen besonders wichtig, denn genau dann sind die Menschen in ihrer Mobilität besonders eingeschränkt. Nebst der Versorgungssicherheit fordert physioswiss ein klares Zeichen zu Gunsten der Qualität in der Physiotherapie. Es kann nicht sein, dass aufwändige Domizilbehandlungen nicht mehr angeboten werden können, die pauschal vergütete
Behandlungsdauer gekürzt und an Weiterbildung gespart wird. Für eine wirksame, zweckmässige und wirtschaftliche Physiotherapie braucht es qualitativ hochstehende Weiterbildungen, adäquate Infrastruktur und genügend Zeit pro Behandlung. Unter der aktuellen Tarifsituation sind alle drei Komponenten gefährdet. Der Staat muss nun als Regulator einschreiten, damit die Physiotherapie mit einer zukunftssichernden Tariflösung weiterhin ihren gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen wichtigen Beitrag innerhalb der Behandlungskette leisten kann.

Bericht in der Tagesschau vom 19.3.12:

Tagesschau vom 19.03.2012

Weitere Berichterstattungen unter: Medienresonanz.

Christoph Bähler

Glücklich verheiratet; Vater von 2; Sportphysiotherapeut; Hobbymarathoni; Auf der Sonnenseite; lacht - liest - kocht - geniesst - fertig.